Im Rahmen der Architekturbiennale von Venedig 2027 zeigt das dem katalanischen Kulturministerium angegliederte Institut Ramon Llull im Pavillon Catalonia in Venice die internationale Version der Ausstellung Seny i rauxa. Notícia de l’arquitectura catalana, die ursprünglich von der Stadt Barcelona in Zusammenarbeit mit dem Disseny Hub Barcelona (DHub) im Rahmen von „Barcelona 2026 – Welthauptstadt der Architektur“ produziert wurde.
Diese historisch und bewusst vielstimmig angelegte Ausstellung, l die dazu einlädt, den etablierten Kanon der modernen und zeitgenössischen katalanischen Architektur zu hinterfragen, wird von Mai bis November 2027 in den Docks Cantieri Cucchini in Venedig gezeigt. Diese historischen Werftanlagen beherbergen bereits seit 2012 den katalanischen Beitrag zur Architekturbiennale.
Anlässlich seines 25-jährigen Bestehens präsentiert das Institut Ramon Llull eine vielschichtige und gemeinschaftliche Ausstellung, die der katalanischen Architektur weiterhin internationale Präsenz auf einer der weltweit bedeutendsten Bühnen verschaffen soll. Bei dieser Ausgabe wird kein Auswahlverfahren für die Teilnahme an den Eventi Collaterali der Biennale ausgeschrieben. Anna Guitart, Direktorin des IRL, erklärt: „Wir möchten gemeinsam mit den wichtigsten Akteuren der Branche einen Reflexionsprozess anstoßen, um im Dialog mit der lokalen Fachwelt das bisherige Modell unserer Präsenz in Venedig zu evaluieren, damit das offene Auswahlverfahren für die Biennale Architettura 2029 neu ausgerichtet und wieder aufgenommen werden kann.“
Wie schon bei den vorangegangenen Ausgaben wird das Institut die Teilnahme katalanischer und balearischer Architektinnen und Architekten an der Internationalen Architekturausstellung der Biennale Architettura 2027 (8. Mai bis 21. November) auch weiterhin fördern und unterstützen. Die endgültige Auswahl obliegt dabei den künstlerischen Leitern, den chinesischen Architekten Wang Shu und Lu Wenyu, die als Leitthema Do Architecture—For the Possibility of Coexistence Facing a Real Reality gewählt haben.
Derzeit ist die Ausstellung Seny i rauxa noch bis zum 6. September im Disseny Hub Barcelona (DHub) zu sehen. Das von den Architekten Carme Ribas, Victòria Garriga und Joan Roig kuratierte und gestaltete Projekt bringt Hunderte von Exponaten ans Licht, die oft in Depots und Archiven verborgen bleiben, und zeichnet mit ihrer Hilfe eine ungebrochene Entwicklungslinie nach, die von der Gründung der Architekturschule von Barcelona im Jahr 1875 bis in die Gegenwart reicht und stilistische Zuordnungen ebenso überschreitet wie die Grenzen historischer Epochen. In einer Zeit, in der Architektur zunehmend als globales Phänomen verstanden wird, geht die Ausstellung der Frage nach, ob sich im Werk von Berenguer de Montagut und Pere Blai – den Baumeistern der Kirche Santa Maria del Mar beziehungsweise der neuen Fassade des Palau de la Generalitat – Merkmale finden lassen, die in jüngeren Projekten von Domènech i Montaner, MBM oder Harquitectes nachhallen.



