Institut Ramon LLull

In Venedig eröffnet die Ausstellung Paper Tears von Claudia Pagès Rabal, der katalanische Beitrag zur Biennale Arte 2026

07/05/2026

Die katalanische Kulturministerin Sònia Hernández eröffnete die Ausstellung heute gemeinsam mit Anna Guitart, der Direktorin des Institut Ramon Llull. Die von Elise Lammer kuratierte Ausstellung, die Teil der Eventi Collaterali der 61. Internationalen Kunstausstellung – La Biennale di Venezia ist, kann bis zum 22. November besucht werden.




Paper Tears ist eine Installation aus Licht, Klang, Bild und Choreografie, deren zentrales Element ein Archiv von Wasserzeichen (Filigranen) bildet – Zeichnungen, die auf dem Papier nur im Gegenlicht sichtbar sind und derzeit im Papiermühlenmuseum Capellades (Museu Molí Paperer de Capellades) aufbewahrt werden. Ausgehend von einer Auswahl von Wasserzeichen aus dem 15. Jahrhundert eröffnet Claudia Pagès Rabal einen Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart und beleuchtet eine Zeit des historischen Umbruchs, in der die Bedeutung der mediterranen Handelsrouten abnahm und der atlantische Handel expandierte, was den Beginn der europäischen Moderne und der extraktiven Kolonialstrukturen markierte. Gebiete wie Venedig und Katalonien nahmen Schlüsselpositionen innerhalb dieses Wandels ein, der unsere Realität bis heute prägt.

Die Präsenz der katalanischen Kultur auf der Kunstbiennale von Venedig fördert die internationale Außenwirkung und sorgt für Sichtbarkeit in einem der weltweit bedeutendsten Kunstforen. In diesem Sinne bekräftigte Kulturministerin Sònia Hernández: „Das Engagement der katalanischen Regierung (Generalitat) gilt dem heimischen Kunstschaffen, seiner Internationalisierung, der Förderung der Künstlerinnen und Künstler sowie der Kultur als Raum für Dialog und Transformation. Sie ist ein Motor für kritisches Denken, der unerlässlich ist, um den Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft zu begegnen.

Hernández erklärte, dass das Projekt Paper Tears von Claudia Pagès „Erbe, Erinnerung und kritische Reflexion über Wissens- und Machtsysteme miteinander verbindet.“ „Die Ausstellung ist über die Elemente Papier und Wasser tief mit der Industriegeschichte Kataloniens verbunden – wobei insbesondere das Wasser hier in Venedig eine ganz besondere Symbolik besitzt“, fügte sie hinzu.

Abschließend würdigte die Kulturministerin die Arbeit des Institut Ramon Llull, „das die Präsenz Kataloniens in Venedig ermöglicht und auf vielfältige Weise Produktionsräume, Künstlerresidenzen und Netzwerke zur internationalen Vermittlung der katalanischen Kultur fördert.

Anna Guitart, die Direktorin des Institut Ramon Llull, betonte ihrerseits die Bedeutung der kontinuierlichen Präsenz auf der Biennale für den Aufbau eines Narrativs künstlerischer Spitzenleistungen: „Catalonia in Venice trägt Jahr für Jahr dazu bei, eine eigenständige Erzählweise der zeitgenössischen katalanischen und balearischen Kunst zu festigen, die dem globalen Kulturgefüge Impulse für Reflexion und Dialog liefert.“

Zudem merkte sie an: „Dass das Institut Ramon Llull Projekte wie Paper Tears von Claudia Pagès Rabal unterstützt, verdeutlicht unseren Einsatz für die internationale Sichtbarkeit katalanischer und balearischer Kunstschaffender und ihrer Werke. Dabei bleibt der Bezug zum heimischen Kontext stets gewahrt, und Kultur wird als Raum der Komplexität verstanden. Wir werden weiterhin daran arbeiten, unsere Kunstschaffenden in relevanten internationalen Kontexten zu positionieren.“

Paper Tears entfaltet sich aus mehreren Perspektiven und bewegt sich zwischen kollektiver Erzählung und individueller Erfahrung. Vier Laser projizieren ein sich stetig wandelndes Archiv von Wasserzeichen aus dem 15. Jahrhundert sowie handgefertigte Animationen von Claudia Pagès Rabal an die Wände des Ausstellungsraums. Elise Lammer, die Kuratorin der Ausstellung, betonte: „Die Wasserzeichen sind nahezu unsichtbar, und genau das ist das Entscheidende. Sie führen uns vor Augen, dass Macht selten an der Oberfläche agiert. Sie ist in Systeme eingewoben, die im Verborgenen wirken, und wird nur unter bestimmten Bedingungen sichtbar. Indem Pagès Rabal ihre materiellen Ursprünge und Produktionsprozesse nachzeichnet, die eng mit dem Element Wasser verknüpft sind, offenbart sie, dass diese Strukturen sowohl physischer als auch symbolischer Natur sind und unsere Gegenwart weiterhin prägen.“

Das Zentrum der Installation bildet eine 10 Meter lange LED-Wand. Das darauf gezeigte Video wurde an verschiedenen Orten in Katalonien gedreht, die durch die Präsenz und Bewegung von Wasser geprägt sind. Diese Schauplätze reichen von Quellen und Flussbetten bis hin zu wasserwirtschaftlichen Infrastrukturen. In dem Video treten zudem verschiedene Figuren auf, die anhand einer von der Künstlerin entwickelten Dramaturgie Ereignisse aus der Entstehungszeit der Wasserzeichen thematisieren. Wie Pagès Rabal erläutert, „bringen sie uns dazu, über das Hier und Jetzt zu sprechen und Monologe über sprachliche Euphemismen, Boykotte, universelle Sichtweisen und individuelle Quanten zu entwickeln – sowie über die Auswirkungen all dessen und wie sich dies in unseren Körpern manifestiert.“

Die katalanische Beteiligung an der Biennale von Venedig unterstreicht den Einsatz des Kulturministeriums für die Förderung des zeitgenössischen Kunstschaffens und dessen internationale Präsenz. In dieser Hinsicht veranschaulicht der Beitrag von Claudia Pagès Rabal durch die Integration performativer, visueller und technologischer Ausdrucksformen auch das Bestreben, die digitale Kultur zu stärken.

Das Institut Ramon Llull organisiert und produziert Catalonia in Venice, die offizielle Teilnahme der katalanischen Kultur an den Eventi Collaterali der Biennale di Venezia. Seit 2009 ist die Einrichtung auf der Kunstbiennale und seit 2012 auf der Architekturbiennale vertreten.

In diesem Jahr ist zudem hervorzuheben, dass der spanische Pavillon mit Los restos ein Projekt der Katalanen Oriol Vilanova (Künstler) und Carles Guerra (Kurator) präsentiert.

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