Institut Ramon LLull

Die Fundación Roser Bru, die Übersetzerin Tiziana Camerani, die Philologin Maria Khatziemmanuïl und der Verfechter des Friaulischen, William Cisilino, mit den Internationalen Ramon-Llull-Preisen ausgezeichnet

11/12/2025

Andorra war auch in diesem Jahr Gastgeber der Preisverleihung der Fundació Ramon Llull. Die Auszeichnungen ehren Personen und Institutionen außerhalb des katalanischen Sprachraums, die einen bedeutenden Beitrag zur Anerkennung, Verbreitung und Förderung der katalanischen Sprache und Kultur leisten.




Die 2008 von der Regierung Andorras und dem Institut Ramon Llull gegründete und später um Institutionen aus den Ostpyrenäen, Alghero und die Valencianische Gemeinschaft erweiterte Fundació Ramon Llull hat die internationale Förderung der katalanischen Sprache und Kultur zum Ziel. Sie überwacht die Einhaltung der Sprachgesetzgebung und initiiert Projekte in Zusammenarbeit mit öffentlichen und privaten Einrichtungen. Am Mittwoch wurden in Encamp (Andorra) die Internationalen Ramon-Llull-Preise verliehen. Sie zeichnen Personen oder Institutionen außerhalb des Sprachgebiets aus, die sich für die internationale Förderung der katalanischen Sprache und Kultur eingesetzt haben. Die Preisträger dieser zwölften Ausgabe sind die Fundación Roser Bru, die Übersetzerin Tiziana Camerani, die Philologin Maria Khatziemmanuïl und der friaulische Jurist William Cisilino. Den Vorsitz der Zeremonie führte der andorranische Regierungschef Xavier Espot, begleitet von der Ministerin für Kultur, Jugend und Sport, Mònica Bonell, dem Minister für Sprachpolitik der Generalitat de Catalunya, Francesc Xavier Vila, der Direktorin der Fundació Ramon Llull, Teresa Colom, sowie der Geschäftsführerin des Institut Ramon Llull, Antònia Andúgar.

Die Fundación Roser Bru: Preis für die internationale Förderung des katalanischen Kulturschaffens

Der 13. Ramon-Llull-Preis für die internationale Förderung des katalanischen Kulturschaffens ging an die Fundación Roser Bru, in Anerkennung ihrer Arbeit zur Bewahrung, Erforschung und Verbreitung des Nachlasses der katalanischen Künstlerin Roser Bru i Llop (Barcelona, 1923 – Santiago de Chile, 2021), einer der herausragendsten Persönlichkeiten der chilenischen bildenden Kunst.

Die Jury würdigte den entscheidenden Beitrag der Stiftung zur Katalogisierung und Verbreitung von Brus Werk, insbesondere durch Initiativen wie die Wanderausstellung Roser Bru de Norte a Sur anlässlich ihres 100. Geburtstags oder die Retrospektive Roser Bru. Superar la distància im Museu d’Art de Girona (2024–2025). Die Künstlerin, die 1939 an Bord der Winnipeg nach Chile ins Exil ging, wurde im Laufe ihrer Karriere mit über 30 Auszeichnungen geehrt, darunter der Premio Nacional de Artes Plásticas de Chile (2015) und die Creu de Sant Jordi (2020).

Die 2018 von der Künstlerin selbst gegründete Stiftung verwahrt die größte Sammlung an Werken und Archivmaterialien Brus und fördert Projekte in den Bereichen bildende Kunst, Erinnerungskultur, Gender und Geschichte.

Miquel Bofill i Abelló, ein persönlicher Freund der Familie Bru, nahm die Statuette entgegen.

Tiziana Camerani, Preis für Literarische Übersetzung

Mit dem XIII. Ramon-Llull-Preis für literarische Übersetzung wurde Tiziana Camerani für ihre italienische Übersetzung von Terres mortes (Núria Bendicho) ausgezeichnet, die 2024 im Verlag Voland erschienen ist.

Die Jury hob ihre Fähigkeit hervor, die komplexe sprachliche Herausforderung des Werks zu meistern und dabei dessen Ton und die Vielfalt der Stimmen zu bewahren. Camerani ist seit 1999 als freiberufliche Übersetzerin tätig und hat sich auf die Verbreitung zeitgenössischer katalanischer Literatur in Italien spezialisiert, mit besonderem Fokus auf aufstrebende Autorinnen. Zudem ist sie die offizielle Übersetzerin für Italienisch im Louvre in Paris.

Maria Khatziemmanuïl, Preis für Literarische Übersetzung für das Lebenswerk

Der Ramon-Llull-Preis für literarische Übersetzung für das Lebenswerk ging an Maria Khatziemmanuïl, eine der wichtigsten Vermittlerinnen katalanischen Theaters in Griechenland. Die Philologin und Übersetzerin hat mehr als fünfzig katalanische Theaterstücke von Autoren wie Josep Maria Benet i Jornet, Guillem Clua oder Sergi Belbel übersetzt.

Sie ist seit 2012 künstlerische Leiterin des Iberoamerikanischen Festivals für szenische Lesungen, hat über 145 Theaterstücke übersetzt und wurde mehrfach mit dem EURODRAM-Preis ausgezeichnet. 2023 erhielt sie den spanischen Zivilverdienstorden und den Preis „Sin Fronteras“ der AAT (Asociación de Autores de Teatro, Verband der Theaterautor:innen).

William Cisilino, Internationaler Preis für Katalanistik und Kulturelle Vielfalt

Der XXXIV. Internationale Ramon-Llull-Preis für Katalanistik und Kulturelle Vielfalt wurde dem friaulischen Juristen William Cisilino, Direktor der Regionalagentur für die Friaulische Sprache (ARLeF), verliehen. Dank der Arbeit der 2006 gegründeten Agentur hat das Friaulische zunehmend Einzug in Schulen, Medien, öffentliche Beschilderung und die zeitgenössische Kulturproduktion gehalten und gilt heute als Modell für das Sprachmanagement anderer europäischer Minderheitensprachen. Cisilino bekleidete verschiedene Ämter in öffentlichen Institutionen zum Schutz der friaulischen Sprache und Identität und pflegte enge Beziehungen zu Projekten aus dem katalanischen Sprachraum.

Die Jury würdigt in diesem Jahr ein Wirken, das den Gründungsgeist des Preises verkörpert: den interkulturellen Dialog, das Eintreten für Mehrsprachigkeit und die aktive Förderung von Minderheitensprachen.

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