Institut Ramon LLull

Xesca Salvà, Marc Villanueva und Xavier Bobés nehmen am internationalen Festival für Objekttheater in Berlin teil

Bühne .  Berlin, 28/10/2021

Vor dem Hintergrund der weltweiten Erfahrung einer Pandemie findet in diesem Jahr vom 4. bis 13. November das internationale Objekttheaterfestival "Theater der Dinge" statt. In diesem Zusammenhang definiert das Festival das Thema der diesjährigen Ausgabe, die unter dem Titel "Die Welt ohne uns" künstlerische Positionen präsentiert, die über das Ende einer anthropozentrischen Ära nachdenken und eine neue Art der Verortung des Menschen in der Welt vorschlagen. Sie bezieht sich einerseits auf ökologische Fragen und den Tribut, den der Mensch in der Welt hinterlässt, und reflektiert andererseits die Erfahrung des Geiers und den Wunsch nach neuen Strategien der vernetzten Arbeit.




Seit 2016 nimmt das Festival katalanische Unternehmen in sein Programm auf und koproduziert einige der dort gezeigten Produktionen. Dies ist der Fall bei "Pantoffeltierchen und Meteoriten. Understory" von Xesca Salvà und Marc Villanueva Mir, der am 7. November in Deutschland im Rahmen des Festivals uraufgeführt wird. 

Das Stück von Salvà und Villanueva Mir wurde bei TNT uraufgeführt, und nun wird in Berlin eine deutsche Adaption gezeigt. Außerdem zeigt das Theater der Dinge das Stück "Corpus" von Xavier Bobés, das bereits bei der Ausgabe 2020 des Festivals zu sehen war und das nun erneut aufgeführt wird, um ein breiteres Publikum zu erreichen, da die gesundheitlichen Einschränkungen aufgrund der Pandemie die Verbreitung des Stücks eingeschränkt haben. Die Präsentation von katalanischen Unternehmen im Rahmen des Festivals wird vom Institut Ramon Llull unterstützt.

"Theater der Dinge" findet in diesem Jahr wie gewohnt in der Schaubude Berlin sowie an weiteren Spielorten in der Stadt statt und bietet neben dem Theaterprogramm auch ein Kino- und Online-Programm.

"Pantoffeltierchen und Meteoriten. Understory", von Xesca Salvà und Marc Villanueva Mir

Lynn Margulis (1938-2011) war eine der ersten Biologinnen, die sich mit der komplexen Koexistenz und Vernetzung von Mikroorganismen untereinander, mit Pflanzen, Tieren und Pilzen beschäftigte. Die Bühnenbildnerin Xesca Salvà und der Dramaturg Marc Villanueva Mir stellen die Figur des Margulis in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Entwurfs, der seine Erkenntnisse über diese Mikroorganismen auf den gesamten Planeten überträgt. Von den Fossilien bis zum Kosmos eröffnete seine Theorie die Möglichkeit, die Erde als ein riesiges Netzwerk von Interdependenzen und die Evolution als einen Prozess zu betrachten, in dem die Symbiose über den darwinistischen Wettbewerb siegt.

Lynn Margulis war sowohl in ihren Hypothesen als auch in ihrer Methodik revolutionär und verteidigte die Spekulation - die notwendige Verbindung zwischen Wissenschaft und Fiktion - als Prüfstein für ihre Praxis. Indem sie der Fiktion eine ebenso grundlegende Rolle zugestehen, haben Salvà und Villanueva eine szenische Route entworfen, die zwischen der Installation und dem immersiven Erlebnis liegt. In diesem Zusammenhang beschwören sie die Anwesenheit von Margulis durch Gespräche mit sechs lokalen Biologen herauf und erkunden, wie wir uns von seiner Figur und von den Strömen der Aktivität, die unter den Felsen fließen, inspirieren lassen können. Ein kleiner Versuch, die anthropozentrische Arroganz hinter sich zu lassen und die unbestreitbare Vielfalt des Lebens zu begrüßen.

Corpus 1/6, von Xavier Bobés

Der katalanische Künstler Xavier Bobés ist seit vielen Jahren Stammgast in der Schaubude. Bei dieser Gelegenheit schafft er eine Miniaturbühne für seine Arbeit im Maßstab 1:6 und produziert eine verdichtete und intensive Erfahrung für einen einzelnen Besucher: fünf Minuten mit einem skulpturalen Objekt, einem Shakespeare-Sonett und barocker Cellomusik. Es ist eine poetische Reflexion über die Beziehung zwischen der menschlichen, der tierischen und der pflanzlichen Welt, eine sinnliche Flucht, in der sich das Unsichtbare manifestiert, wenn auch nur für einen Moment.

Weitere Informationen:

Der Schaubude-Blog (theaterderdinge.com)

Schaubude

Seit ihrer Gründung im Jahr 1993 ist die Schaubude Berlin ein internationaler Treffpunkt und eine Plattform für Objekttheater. Das Programm umfasst verschiedene Genres und Stile des zeitgenössischen Theaters der Figuren und Objekte. Im Jahr 2017 wurde die Schaubude Berlin mit dem Deutschen Theaterpreis ausgezeichnet. Die Jury bestätigte, dass das renommierte Theater einer der kreativen Motoren Berlins ist und hob seine Kooperationen mit anderen Institutionen, die von ihm veranstalteten Festivals sowie sein Programm für junge Talente und sein kulturelles Angebot für alle Publikumsschichten hervor. Sein künstlerischer Leiter, Tim Sandweg, erhielt den ASSITEJ-Preis für sein außergewöhnliches Engagement im Kinder- und Jugendtheater und ist ein großer Kenner der katalanischen Theaterszene.

Seit 2016 nimmt das Festival katalanische Unternehmen in sein Programm auf und koproduziert einige der dort gezeigten Produktionen

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