Institut Ramon LLull

Das Museé des Abattoirs in Toulouse würdigt den katalanischen Psychiater Francesc Tosquelles

Kunst.  Toulouse, 19/10/2021

Die Ausstellung "La Déconniatrie. Art, exil et psychiatrie autour de François Tosquelles", eine Koproduktion des Museums von Toulouse mit dem CCCB in Barcelona, dem Reina Sofia Museum in Madrid und dem American Museum of Popular Art in New York, enthüllt eine wenig bekannte Geschichte einer führenden Persönlichkeit der Psychiatrie des 20. Jahrhunderts sowie seine Verbindungen zur rohen und modernen Kunst. Ausgangspunkt der Ausstellung ist der Werdegang des katalanischen Psychiaters Francesc Tosquelles (1912-1994).




Ausgehend vom Werdegang Francesc Tosquelles, der den roten Faden bildet, analysiert die Ausstellung die Beziehung zwischen Kunst, Exil, Psychiatrie und dem Begriff des Schaffens im Kontext von Ausgrenzung, Zurückgezogenheit oder Hospitalisierung. Ziel ist es also, eine Geschichte der modernen Kunst mit einer Geschichte der Rohkunst und der zeitgenössischen Kunst sowie der Psychiatrie und des Dekolonialismus zu verbinden.

Die Abattoirs, die ehemaligen Bildhauer von Toulouse, eröffnen die erste Etappe dieses internationalen Projekts, das mehr als 100 Werke, sowohl moderne Kunst als auch von Patienten des Krankenhauses geschaffene, sowie bisher unveröffentlichte Filme, Bücher, Archive, Fotografien und eine Abteilung für zeitgenössische Kunst umfasst. Die Ausstellung wird dann 2022 im Centre de Cultura Contemporània de Barcelona, im Museu d'Art Modern de Tarragona und im Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía in Madrid sowie 2023 im American Folk Art Museum in New York zu sehen sein, die allesamt Koproduzenten des Projekts sind.

Die Ausstellung "La Déconniatrie" ist vom französischen Kulturministerium als Projekt von nationalem Interesse anerkannt und wird vom Institut Ramon Llull und von Acción Cultural Española finanziell unterstützt. Das Col-lecció de l'Art Brut de Lausanne (Schweiz) und das IMEC unterstützen es ebenfalls mit Leihgaben.

Kommissare: Carles Guerra, Professor an der Universität Pompeu Fabra und unabhängiger Kommissar; Joana Masó, Professorin für französische Literatur an der Universität Barcelona und Wissenschaftlerin am UNESCO-Lehrstuhl für Frauen, Entwicklung und Kulturen; Julien Michel, Wissenschaftler der Abattoirs; Annabelle Ténèze, Chefkuratorin und Direktorin der Abattoirs.

Künstler und Autoren, die an dem Projekt teilnehmen: Karel Appel, Benjamin Arneval, Antonin Artaud, Paul Balvet, Raphaël Barontini, Georges Bataille, Roger Bernat, Albert Belloc, Jeanne Bonnafé, Lucien Bonnafé, Mohamed Bourouissa, Brassaï, Georges Canguilhem, Giuseppe Capone, Georgette Chadourne, Jean Combier, Auguste Chauvin, Frédéric Delanglade, Fernand Deligny, Eugène Deslaw, Jean Dubuffet, Maxime Dubuisson, Éric Duvivier, Paul Éluard, Frantz Fanon, Jean Fautrier, Gaston Ferdière, Celestino Ferrando Marti, Auguste Forestier, Michel Foucault, Galo, Joséphine Guattari, Aimable Jayet, Allan King, Yayoi Kusama, Maurizio Lazzarato, Léon Marguerit, Agnes Martin, Agnès Masson, Jacques Matarasso, Angela Melitopoulos, Jean-Baptiste Metge, Henri Michaux, Myriam Mihindou, Margaret Miller, Joan Miró, Roméo Mivekannin, François Pain, Alexandre Parriego, Jean Paulhan, Perejaume, Josep Ponti Musté, Hans Prinzhorn, Marcel Réja, Alejandra Riera, José Roa, Mario Ruspoli, Enrique Sales, Salvadore Sales, Francisco Saura, Léon Schwarz-Abrys, Marguerite Sirvins, Nancy Spero, François Tosquelles, Hélène Tosquelles, Tristan Tzara, Romain Vigouroux, Gérard Vulliamy. ..

Die Zusammenarbeit mit dem Institut Ramon Llull ermöglichte insbesondere die Installation des katalanischen bildenden Künstlers Roger Bernat, der Tosquelles Filme aus den Jahren 1950-1970 in Saint-Albani inszenierte, die aus den Archiven des Instituts Jean Vigo stammen.

La Déconniatrie. Art, exil et psychiatrie autour de François Tosquelles

Vom 14. Oktober 2021 bis zum 6. März 2022

Les Abattoirs, Musée- FRAC Occitanie Toulouse

76 allées Charles-de-Fitte

31300 Toulouse

François Tosquelles. Soigner les institutions

François Tosquelles, Joana Masó

Éditions L'Arachnéen, novembre 2021

400 pages

+info: Offizielle Website des Projekts: https://www.lesabattoirs.org/expositions/la-deconniatrie

« Moi, la psychiatrie, je l’appelle la déconniatrie. Mais, pendant que le patient déconne, qu’est-ce que je fais ? Dans le silence ou en intervenant – mais surtout dans le silence –, je déconne à mon tour. »
Francesc Tosquelles. Une politique de la folie, geleitet von François Pain, Danièle Sivadon i Jean-Claude Polack, 1989

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