Jordi Savall erhält den Ernst-von-Siemens-Musikpreis 2026 für sein Lebenswerk. der katalanische Jordi Savall hat als Musiker, als Forscher und als Vermittler Wegweisendes für die Alte Musik und die historische Aufführungspraxis geleistet. Seine Konzerte und Studioaufnahmen haben Referenzcharakter. Als Lehrer und Ensembleleiter prägte er Musiker*innen über Generationen hinweg. Mit seiner Musik zu dem Historienfilm Die siebte Saite wurde er 1991 einem Millionenpublikum bekannt.
Savall hat sich als Musiker wiederholt gesellschaftlich engagiert. 2018 gründete er das Ensemble Orpheus XXI für geflüchtete Musiker*innen aus Nordafrika und dem arabischen Raum. In seiner Forschung verfolgte er den Weg, den Musik seit dem 15. Jahrhundert über die Routen der Sklaverei genommen hat. Dabei machte er die vielfachen Verflechtungen der afrikanischen und der europäischen Musik deutlich. Auch heute spricht er sich für Frieden aus: „Musik kann keinen Krieg beenden, sie kann aber Frieden in unseren Herzen stiften. Musik ist die einzige Sprache, die direkt die Herzen anspricht. Ohne sie wäre das Leben unmöglich.“
Preisverleihung
Die Verleihung des Ernst von Siemens Musikpreises findet am 23. Mai 2026 im Prinzregententheater in München statt. Es spielen Hespèrion XXI und La Capella Reial de Catalunya unter der Leitung des Preisträgers. Die Laudatio auf Jordi Savall hält Edouard Mätzener.
Im Jahr 1972 wurde die Stiftung durch Ernst von Siemens, Enkel des Unternehmensgründers Werner von Siemens, ins Leben gerufen – Anfang 1973 nahm sie ihre Arbeit auf und im gleichen Jahr wurde der erste Ernst von Siemens Musikpreis vergeben – an Benjamin Britten.
Seitdem verleiht die Stiftung jedes Jahr den Ernst von Siemens Musikpreis an eine/n Komponist*in, Interpret*in oder Musikwissenschaftler*in, der/die für das internationale Musikleben Hervorragendes geleistet hat.
Die Berliner Philharmoniker ehren den katalanischen Musiker
Dieser Preis ergänzt die Ehrung durch die Berliner Philharmoniker, eines der renommiertesten Orchester der Welt, die Savalls wesentlichen Beitrag zur Wiederentdeckung des musikalischen Erbes sowie seine Laufbahn als Interpret, Dirigent und Vermittler würdigen. Die Hommage markierte Savalls Debüt als Gastdirigent der Philharmoniker und umfasst einen Zyklus von sechs Konzerten.
Die Konzerte, von denen fünf bereits stattgefunden haben, vereinten seine drei außergewöhnlichen Rollen: als Solist an der Viola da gamba, als Dirigent an der Spitze des Berliner Orchesters und als Mentor junger Musikerinnen und Musiker der Karajan-Akademie.
Höhepunkt der Konzertreihe ist das Konzert am 16. März im Großen Saal. Dieser Abend ist ganz Wolfgang Amadeus Mozart gewidmet und wird von Le Concert des Nations auf Originalinstrumenten und der Capella Nacional de Catalunya aufgeführt. Eine einzigartige Gelegenheit, die Schönheit und Tiefe Mozarts durch historische Interpretation auf Instrumenten aus seiner Zeit neu zu entdecken.


