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Der katalanische Künstler Eduard Bigas präsentiert seine dritte Ausstellung in der Galerie Kuchling in Berlin

In seiner dritten Ausstellung in der Galerie Kuchling (Galerie für frische Kunst) präsentiert der katalanische Künstler Eduard Bigas seine Arbeiten der letzten 2 Jahre, in denen er sich nahezu ausschließlich der Malerei widmet.



Eduard Bigas/Galerie Kuchling

„In was für einer Welt leben wir eigentlich?“ Diese Frage ist keineswegs neu und doch ungebrochen brisant. Die Antworten darauf sind entsprechend vielfältig. Leibniz‘ Postulat „der besten aller möglichen Welten“ als ein Erklärungsversuch wurde nicht nur, aber besonders eindrücklich in Voltaires Candide als allzu naives Gott- und Weltvertrauen satirisch abgestraft. Denn es ist die Differenz zwischen unserer Lebenswelt mit all ihren politischen und menschlichen, kleinen und großen Unmöglichkeiten und der Idee von einer Welt, die tatsächlich die beste aller möglichen sein könnte, die nicht nur Voltaire, sondern vielleicht auch manchen anderen zum Zyniker werden lässt.

Ganz ohne Bitterkeit hingegegen und mit träumerischer Leichtigkeit kommen die Gemälde von Eduard Bigas daher, welche vom 23. März bis zum 06. Mai in der Galerie Kuchling eben unter jenem Titel „The best of all possible worlds“ zu sehen sind. Sobald man die großzügigen Ausstellungsräume in der Karl-Marx-Allee betritt, lässt man die Welt der harten Kontraste vor der Tür zurück und begibt sich in einen Kosmos von surrealen Landschaften und Wesen, in dem Bigas mit einem unnachahmlichen Gespür für Farbklänge und Formsuggestionen mit Pinsel und Palette auf der spannungsreichen Linie zwischen gegenständlicher und abstrakter Bildwelt balanciert. Besonders eindrucksvoll ist hierbei seine dreireihige, aus insgesamt 24 quadratischen Einzelgemälden bestehende Komposition Sequences, die der Künstler in dieser Form eigens für die Ausstellung zusammengestellt hat. Monochrome Farbflächen bilden zusammen mit nahezu abstrakten, surrealen Motiven, von denen einige von einer schwarzen Kreisblende eingefasst sind, ein harmonisches Gesamtwerk, das bei längerer Betrachtung eine nahezu meditative Wirkung entfaltet. Mehr als 2 Jahre lang hat der gebürtige Katalane an den jetzt erstmals ausgestellten Werken gearbeitet und seine Formensprache weiterentwickelt: Die großen Graphit- und Kreidezeichnungen seines Triptychons Continuous Present, in denen sich malerische und zeichnerische Elemente auf reizvolle Weise überlagern, zeigen im Vergleich zu früheren grafischen Werken eine noch stärkere Abstraktion, die mit einer Befreiung der Linie und einer größeren Konzentration auf Farbstrukturen und Farbstimmungen einhergeht und sich im Medium der Malerei nochmals steigert. Wie schwerelos driften in Bigas‘ Gemälden Farbflächen und -formen über die Leinwand, erinnern mal an einen Vogel, an einen Vulkan, an menschliche Körperformen oder an eine im Nebel liegende Landschaft.

Doch wer beim Anblick von Regenbögen und aquarellierten Farbverläufen meint, Bigas sei ein unpolitischer Träumer, der unterschätzt den Katalanen. Bigas, der sich als Europäer fühlt und sich angesichts der derzeitigen politischen Entwicklungen um die europäische Freiheit sorgt, distanziert sich in seinen aktuellen Arbeiten bewusst von unserer alltäglichen Welt. So kann er die eigene innere Welt mit all ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Fantasien bewahren, ihre Grenzen gestalterisch erforschen, weiten und auf der Leinwand mit uns teilen. Denn irgendwo dort zwischen Linie und Fläche, zwischen Malgrund und Farbe, zwischen Verstand und Gefühl befindet sich Bigas‘ beste aller möglichen Welten und es wäre wohl ein Frevel, würden wir ihm nicht – zumindest für eine Weile – dahin folgen. Und wer sich dann noch fragt: „In was für einer Welt leben wir eigentlich?“ Dem sei, ganz ohne Zynismus, geantwortet: In einer Welt voller Farben, Klänge, Licht, Rhythmus, Fantasie und Formenvielfalt – man muss nur mutig genug sein, ihr auch Raum zur Entfaltung geben. Dann ist sie vielleicht sogar eine der besten.

 

Über die Galerie

Eine eigene Galerie für frische, zeitgenössische Kunst zu gründen, war für Robert Kuchling zwangsläufig. Aufgewachsen in der DDR, in welcher der Kunstbegriff vom Staat definiert und limitiert wurde, ist ihm bis heute bewusst, dass die Freiheit genau die Kunst auszustellen, die ihn selbst begeistert und berührt, ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Und eben diese Freiheit zu nutzen, treibt ihn und sein Team an: „Wir wollen Kunst und Künstlern einen Raum geben. Berlin etwas Einzigartiges hinzufügen oder zurückgeben. Wir wollen neue Wege finden für neue, frische Kunst.“

2011 eröffnet Robert Kuchling mit kuratorischer Unterstützung seines Bruders Rolf die erste Ausstellung „Visions & Traditions“ in der Prenzlauer Allee 188 und präsentiert seitdem zeitgenössische Künstler, die sich und ihre Werke in einer globalisierten Welt am Schnittpunkt von Tradition und Gegenwart, Individuum und Gesellschaft, Kunst und Lebenswelt verorten und dafür ganz unterschiedliche künstlerische Ausdrucksformen finden.

2017 hält sich die Galerie für frische Kunst an das Motto von Wolf Biermann „Nur wer sich ändert, bleibt sich treu“ und zieht in größere und luftigere Räume in der Karl-Marx-Allee 123, wo im Frühjahr die erste Ausstellung am geschichtsträchtigen neuen Standort eröffnen wird. Seit Anfang des Jahres bereichert zudem Claudia Heidebluth das Team, die dem Ruf der Kunst vom Hohen Norden nach Berlin folgte und nun den Brüdern Robert und Rolf Kuchling als Galerie Managerin mit Tat und Text zur Seite steht.

"The best of all possible worlds" _ Eduard Bigas

Gallerie Kuchling

Karl-Marx-Allee 123, 10243 Berlin

Vernissage: 23. März 2017 von 19-23 Uhr

Ausstellung: 24. März – 6. Mai 2017

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